Ich weiß, was du denkst!

Mich haben in den letzten Tagen unglaublich viele Zuschriften erreicht. „Wie machst du das bloß?“ „Ich wäre gerne so ausgeglichen wie du!“ „Verrat mir dein Geheimnis!“


Ähhhh, natürlich habe ich diese Mails nicht bekommen. Diese Fragen stellt man in Deutschland nicht. Weder Frau noch Mann – weder Schüler noch Angestellter noch Rentner. Bei uns gilt es irgendwie als chic, wenn an alle seelischen Probleme mit sich selbst ausmacht. Die Schizophrenie liegt in meinen Augen darin, dass Facebook, Whatsapp und Instagram als krass positiv verzerrter Spiegel genutzt wird. Aber persönliche (Gruppen)-Kommunikation eher dem Motto folgt „bei wem ist es schlimmer“. Kennt ihr das? Der Gang zum Psychater oder zur Psychotherapie ist nichts, was man gerne öffentlich auf Facebook postet.

Allerdings sind die sozialen Netzwerke…die Pausenhöfe….die Kantinen voller „oh, es war so schön“, „wir hatten so viel Spass“ und Bilder von Partys, Sonnenuntergängen und kleinen Katzen.


Irgendwas ist vermutlich doch nicht so ganz #swag, #fly und #easy, wie die meisten es darstellen. Ich habe vor ca. 8 Jahren erlebt, wie der Fitnesstrend in Deutschland bis heute in unerreichte Höhen segelt. Noch vor 8 Jahren war es nicht ganz so cool und präsent, wenn man seinen Freunden erzählt, dass man Pumpen geht. Man wurde eher in die Anabolika-Bodybuilder-Kategorie gesteckt. Heute hat Fitness den Wandel zum bewussten, ganzheitlichen, gesundheitsorientiertem Breitensport geschafft. Ich finde das klasse! Je mehr Menschen sich aktiv und bewusst um ihren Körper kümmern – aus welchen Motiven ist vollkommen egal – desto achtsamer werden wir als Menschheit!!

Dass irgendwas nicht so happy ist, sehe ich daran, dass die Lebensberatungsangebote, Coachings, Webinare und Persönlichkeitsentwicklungs-Startups wie die Pilze sprießen. Auch diese Entwicklung halte ich für grundweg positiv! Das Grundprinzip verbindet alle Trends, die zu Massenphänomenen werden: Das Angebot kann nur mannigfaltig entstehen, wenn es Nachfrage gibt – und das ist gut so.


Anstelle mich über das wieso und warum auszulassen, was niemandem weiterhilft, sage ich euch mal ehrlich, wie ich mich versuche stets positiv zu polen und ein freudiges und dankbares Mindset / Glaubenssatz zu behalten.

Viele Philosophen bringen die Lösung für ein glücklich, zufriedenes und wohlhabendes Leben auf wenige Glaubenssätze.

Alles, was du sein willst, glauben willst oder erreichen willst, ist bereits in dir. Wir sind alle mit jedem und allen Dingen verbunden. Vom Atom bis zum Universum. Wut, Angst und Schmerz können in der Gegenwart von Liebe, Dankbarkeit und Licht nicht bestehen.

Im Hier und Jetzt ist der einzige Moment und Ort, an dem du etwas aktiv tun kannst. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sind das A und O für ein friedliches selbst. Du bist das Zentrum deiner Vibration und du musst vor allem für dich selbst sorgen, dich selbst wahrnehmen, dich selbst anerkennen, zu dir stehen, dir vertrauen, dich annehmen und dich lieben.

Dieses sind die Kernbotschaften aller Literatur, die ich bisher gelesen habe. Aus dir – der Mitte – kann alles um dich herum entstehen. Aus dir und deiner Mitte entspringt das, was dir begegnen wird. Du hast es selbst in der Hand.

Und egal welchem Menschen, welchem Verhalten, welcher Begebenheit, welcher Örtlichkeit du begegnest oder was dir wiederfährt: Es sind stets nur äußere Bedingungen und SItuationen, die dich an der Membran von Außen nach Innen erreichen. Wie du auf diese reagierst, liegt ganz alleine bei dir. Egal was dir widerfährt: Du hast immer drei Lösungen, die dir helfen und dein eigenes Gleichgewicht wieder herzustellen – denn nur darum geht es:

  1. Nimm die Situation voller Liebe, Hingabe und Demut an und gib dich ihr voller Vertrauen hin.
  2. Änder die Situation zum Positiven, ohne dabei anderen Menschen Schlechtes zu bringen.
  3. Verlasse die Situation voller Liebe, Gnade, Demut und Respekt und erkenne, dass du hier nichts zu finden oder zu tun hast. Du darfst ohne Groll, Wut und Ärger scheiden.

Es würde zu weit gehen, dieses Konstrukt, welches maßgeblich durch Eckart Tolle bekannt wurde, zu vertiefen. Aber es soll verdeutlichen, dass es manchmal Sinn macht, sein Denken, sein Handeln, seine Worte und seine Gefühle wie von einer entfernteren, abstrahierten Position zu betrachten. Denn wir sind nicht, was wir denken. Der eine denkt oft nachts schlecht von sich. Die nächste wacht morgens voller Kritik und Selbstzweifel auf. Wieder ein anderer sieht sich unter Menschen stets als unterlegen oder minderwertig.

Genau das sind die Zeiten, in denen wir besonders gut von uns denken sollten. Und der Weg dahin, der Raum, in dem keine Wut mehr möglich ist, heißt Dankbarkeit.


Vielleicht haben dir Zeilen ein bisschen geholfen, wie wir eigentlich alle gar nicht verschieden sind, und wieso du höchst wahrscheinlich nicht alleine mit deinen mentalen Problemen bist. Ja vermutlich nicht mal mit den äußerlichen Dingen wie Figur, Haare, Geld, soziale Anerkennung.