Die Fesseln der guten Vorsätze sprengen

Wer kennt es nicht: Vielleicht überlegst du auch schon, was du eigentlich in deinem Leben ändern willst. Manche Beweggründe sind intrinsisch und tauchen auf, weil du es wirklich von Herzen möchtest und willst. Diese Vorhaben kannst du fast immer gut umsetzen. Wenn du dir vornimmst, dass du dir jetzt eine schöne Tasse Kaffee gönnen willst oder schön shoppen gehen willst, dann geht das meinst recht einfach. Es ist ein direkt merkbarer und erkennbarer „Gewinn“ und Vorteil. Mit ein bisschen Humor führe ich dieses Beispiel an: Du merkst, dass es dir weh tut, wenn du dir mit einem Hammer auf den Daumen haust. Also hörst du auf.

Extrinsische Auslöser gibt es auch viele: Du möchtest dich einer Mode oder einem Trend anpassen, dir wird gesagt, empfohlen, gebeten, etwas zu tun. Oder du siehst bei anderen Leuten ein Verhalten, einen Gegenstand oder einen Gedanken, den du adaptierst.


Bitte denke nochmal an die geistige Grundhaltung dieser Seite: Wir reden hier nur über Zustände und Situationen. Wir werten sie nicht und schon gar nicht belegen wir sie mit negativen Etiketten. Niemand braucht das und schon gar nicht wir!

Schwieriger werden Vorhaben und Vorsätze, wenn sie eigentlich gut sind, aber es keine direkt fühlbaren, merkbaren, eindeutigen Vorteile bringen. Mit dem Rauchen aufzuhören ist sowas: In erster Linie bringt es dem Raucher nur mehr Stress, Entzug, Frust und Unglücklichkeit. Auf Jahre und Jahrzehnte jedoch nur Vorteile. Von der Gesundheit bis zum Geld. Aber unser Brain ist nicht darauf ausgelegt, Belohnungen in einer unbestimmten Zukunft als Grund zur Veränderung anzuerkennen.

Sagt man kleinen Kindern, dass sie jetzt eine kleine Überraschung haben können oder in 2 Stunden eine große, dann entscheidet sich das Stammhirn für die sofortige Belohnung, damit Endorphine in unser Herz schießen können und wir den Kick erleben, die Belohnung erhalten und es uns gut geht. Daran ist nichts auszusetzen: Erst später im Leben lernen wir uns zu mässigen, zu taktieren, zu pokern und das Beste herauszuholen.

Vielleicht ist das genetisch und evolutionär so festgelegt. Ich glaube nicht, dass dieses Verhaltensmuster totaler Mist ist…es wäre nicht so verwurzelt, wenn es nicht (wie alles!) sein Positives hätte.


Es gibt auch äußerliche Beweggründe, die positiv und negativ sind: Wenn du eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes hast, dann sagt dir der Arzt: Iss nicht so viel Zucker und du lässt es, weil du dir sonst damit schadest. Wenn dir jemand sagt, dass du mit einer Handlung sofort mehr Geld im Job verdienst, dann machst du das wahrscheinlich auch.

Wenn wir uns also Dinge vornehmen und somit zu einer Verhaltensänderung gelangen wollen, damit sie uns in „Haut und Knochen“ übergeht, dann müssen wir aus Wünschen und Träume Pläne machen. Wie das geht ist einfach: Wir schauen uns unsere Träume und Wünsche an:

Abnehmen, mehr Sport treiben, Rauchen aufhören, weniger Süssigkeiten essen, weniger wütend sein, mehr Spenden. Da wir das bereits wollen, gab es intrinsische oder extrinsische Auslöser genug, als dass wir gesagt haben „das gehe ich jetzt an“.


Zurück zur einfachen Planung: Wir sagen, um was es geht, schreiben auf, bis wann wir genau, was erreicht haben wollen – machen uns Gedanken zur Umsetzung und dem Weg dorthin, machen kleine und große Ziele (Meilensteine), damit wir unterwegs nicht die Motivation verlieren, planen, dass am Anfang mehr Erfolg dabei ist, damit unser Brain genug merkt, was geht und starten.

Die Kurve ist vermutlich bei allen Vorhaben gleich: Der Ausgang bzw. die Nachhaltigkeit und Langlebigkeit bei Weitem nicht!

Kurve:

Euphorie
Erfolge
Dämpfer
Rückfall
Zurückkämpfen

Nachhaltigkeit:
Bei dem Punkt Rückfall – Feindkontakt – Zwischenfall – unerwartetes Ereignis – Störung von Außen entscheidet sich, ob du das, was du willst und machst, wahrhaftig und HERZlich ist: Nur ein tief verstandener und gewünschter Plan wird auch Rückschläge verzeihen, überstehen und überwinden, weil dein ganzer Körper, Herz und Seele weiß, dass es gut, richtig und wahrhaftig ist.

Ich kann dir leider nicht sagen, wie wir so sind, wie wir sind, aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es mir immer so gegangen ist: Alles, was ich gefühlt für andere gemacht habe, oder weil ich anderen gefallen wollte, oder dazugehören wollte oder es trend war: Sobald das erste ernstzunehmende Hindernis kommt, zeigt uns unser Herz wo der Hammer hängt und unser Brain macht uns klar, dass es ja „eigentlich ok ist“, „ein Stück Schoki doch mal geht“, „ich brauch das jetzt aber“, „es geht gerade nicht anders“ etc.???? Du kennst das, oder?


Bevor der Blogpost zu lang wird, lasse es mich bitte auf den Punkt bringen: Wenn du deinem Herzen vertraust und dein Ziel, deinen Wunsch, deine Träume in einem einfachen, bejahenden Satz formulierst und dann in dich reinhörst, reinfühlst, wirst du erkennen, ob es DEIN Ziel ist. Wenn es nicht dein Ziel ist und du und dein Herz und Körper dafür nicht bestimmt sind, dann wirst du so oder so scheitern und kannst dir die Mühe sparen und anstelle davon deinen Zustand annehmen, akzeptieren, lieben und sehr viel Glück, Freude, Fülle, Zuversicht, Mut und Respekt empfangen! Wie sagt man immer über die Füllige Sänger Beth Ditto: Sie liebt sich so wie sie ist und jeder merkt das!!

Lass aus guten Vorsätzen, Wünschen, Träumen und neuen Wege keinen Zwang werden, der dir Fesseln anlegt, dich zu einem anderen Menschen machen möchte oder dich unglücklich und frustriert macht.

Lass keinen Plan zum Selbstzweck werden
und nur noch fremdbestimmt leben.

Wisse, dass dein Herz und jede Zelle deines Körpers deinen Weg, deine Träume und dein Ziel bereits kennt und es alles dafür tun wird, dass du diesen Punkt und Zustand erreichst.

Ob du das angestrengt, frustriert, bedrängt und wütend tust oder frei, leicht, liebend, annehmend, verzeihend, barmherzig und liebevoll ist deine Sache! Wähle den Weg, der dir am schönsten erscheint. Es geht für unsere kurze Zeit in diesem Körper auf diesem Planten nicht darum, durch Schmerz, Leid und Buße in einen höheren Zustand zu gelangen. Uns ist es vorbestimmt, uns wohlzufühlen und zu genießen.

Danke, dass du dir dir Zeit genommen hast, meinen kleine Artikel bis zum Ende zu lesen.

Mach dich frei von der Fessel des planenden Gedanken und Geistes und heiße dein Herz in einer freien Welt der Wahlfreiheit, des Glücks und der Liebe willkommen.

Mach dein Herz zu deinem Führer und vertraue ihm aus tiefster Seele.