Bleib wie du bist

Die Zeit vor Weihnachten ist eine üppige und erleuchtete Zeit. Ich mag sie. Ich mag es, wenn die Geschäfte sich langsam dekorativ in Weihnachtsstimmung bringen und man irgendwie Wärme zwischen den Menschen fühlt. Die Gesicht wirken etwas entspannter und die gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme scheint mir zu wachsen. Vielleicht ausgenommen vom letzten Weihnachtswochenende, wenn noch in letzter Minute eilige Geschenke gekauft werden müssen. Ich liebe die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit.

Es werden so viele Produkte angeboten, die uns schöner machen können oder unser Leben verbessern. Und diese vorweihnachtliche Konsumzeit ist wie ein Zielgerade für den Jahreswechsel, an denen die Diäten, Sportprogramme, Fitnessstudios, Modehersteller, Autohersteller, Industrien und Anbieter uns klar machen:

Komm schon! Packs an! Überwinde den inneren Schweinehund!
Neujahrsvorsätze! Zeit für Neues!

Ich schmunzle sehr während ich diese Zeilen schreibe, weil ich den ganzen Vorgang höchst amüsant finde. Nicht nur, weil ich selbst lange – und bei bestimmten Themen immer noch – tief davon ausgehe, dass der 1. Januar jeden neuen Jahres wirklich ein klasse Startpunkt für Änderungen darstellt. Egal, ob jemand sagt, man solle sich wenn dann sofort ändern. Neujahr ist so eine Zäsur, dass man da ruhig neue Dinge probieren kann….wenn man das denn will.

Ich möchte heute eine Lanze für all die brechen, die bereits so tief in sich ruhen, dass sie voller Überzeugung sagen können: Ich bin gut so wie ich bin. Ich bleibe, wie ich bin.

Ich rede nicht davon, dass wir uns weiterhin als getrennt wahrnehmen sollen oder weiterhin im unbewussten Dämmerzustand, unbewusst vor uns hin leben sollen. Die Geisteshaltung ist einem konstanten, automatischen Wandel ausgesetzt.

Nein, ich rede davon, dass wir uns nicht von Außen einreden lassen brauchen, dass wir nicht gut wären. In egal welcher Hinsicht. Sei es das rein körperliche, die Optik, die Mode, die Frisur, das Umfeld, wie wir reden und denken oder wie wir uns verhalten. Andere Menschen oder Medien, die uns absichtlich verurteilen für das, was wir sind, sind kein Ratgeber, dem wir Aufmerksamkeit schenken brauchen. Bitte verinnerliche diese Botschaft: Jemand, der dir Rat geben will, solltest du grundsätzlich mit gesunder Objektivität betrachten.

Kritik, Ratschläge und Meinungen, die andere über dich teilen sagen grundsätzlich mehr über den Absender als über den Empfänger aus. Egal, wie konstruktiv, höflich, verschleiert, heuchlerisch diese formuliert wird.

Glaubst du, dass jemand, der zutiefst in sich ruht und eins mit dem Universum ist, Luft, Gedanken, Worte und Muskelkraft darauf verwenden würde, dir zu sagen, dass deine Frisur dir nicht steht?!

Mal davon abgesehen, dass all die Ratschläge oder Kritiken immer aus dem Augen des Betrachters formuliert werden. Das kann er oder sie ja sehr gerne meinen, denken und wahrnehmen. Aber es hat nichts mit dir und deinem Verhalten, dir und deinem Denken, dir und deinem Selbstbildnis zu tun.


Ich möchte dich heute morgen auffordern, so zu bleiben wie du bist. Halt an deinem Kurs fest. Erinnere dich daran, wieso du so geworden bist, wie du jetzt bist und erkenne, dass alles, was du je getan, gesagt oder gedacht hast, genau so passieren sollte. Entsage dir der Vorwürfe an dich selbst und vergebe dir wie auch den Menschen, Dingen und Taten, gegen die du noch Groll hegst. Am Anfang der Liebe steht Gnade, Verzeihung und Barmherzigkeit. Du und alle Menschen die du bis zum heutigen Tag gelebt haben, handelten stets nach ihren besten Möglichkeiten und haben es nicht anders gekonnt. Aus der rückwärtigen Perspektive sieht vieles anders aus und vieles würde anders gesagt und getan werden. Man könnte lapidar sagen „niemand von uns hat zu der Zeit anders gekonnt“. Aber aus der Sicht vom Hier und Jetzt ist alles so wie es ist logisch und folgerichtig.

Ich lade dich ein, der oder die zu sein, der oder die du bist! Sag diesen Satz laut oder leise in dich herein und fühle wie frei deine Brust, dein Bauch, deine Beine, deine Muskeln, deine Lungen, dein Herz wird.

????????‍♂️: Ich darf der sein, der ich sein will.
????????: Ich darf die sein, die ich sein will.

Fühlt sich das gut an? Fühlt es sich wahr an? Fühlt es sich leicht und frei an? Dann ist es richtig!

Ich wünsche dir einen gesegneten Tag voller Liebe, Freude, Dankbarkeit, Großartigkeit, Achtsamkeit und Anerkennung für dich selbst und für wie weit du bis jetzt gekommen bist!

❤️ Bleib wie du bist!